Krypto-Glossar

Bankansturm

Ein Bankansturm ist, wenn alle gleichzeitig aufhören, dem Heft der Bank zu vertrauen, und sich anstellen, um ihr Geld auf einmal abzuheben.

Eine Bank hält nicht das gesamte Bargeld ihrer Kunden im Haus. Sie hält einen Bruchteil; der Rest ist verliehen und arbeitet anderswo. Das ist kein Betrug — so ist das System gebaut — hat aber eine Folge: Wenn alle Kunden am selben Morgen kommen, ist das Hauptbuch völlig korrekt, und das Bargeld ist trotzdem nicht da.

New York, Oktober 1907: Es ging das Gerücht um, die Knickerbocker Trust sei in Schwierigkeiten. Einleger stellten sich an, die Bank zahlte in etwa drei Stunden rund acht Millionen Dollar aus und schloss mittags. England, 2007: Schlangen auf der Straße vor Northern Rock, der erste britische Bankansturm seit rund 150 Jahren.

Nach dem Zusammenbruch von über viertausend amerikanischen Banken Anfang der 1930er Jahre führten die USA eine Einlagensicherung bis zu einer Grenze ein. Fast alle Länder haben heute ein Gegenstück. Sie wirkt vor allem, weil sie den Grund zur Panik beseitigt: Wer nicht rennen muss, rennt nicht.